Zukunftsmarkt Home Staging oder…. Lust auf wenig Arbeit für viel Geld ???

Zukunftsmarkt Home Staging   oder…. Lust auf wenig Arbeit für viel Geld ???

Zukunftsmarkt Home Staging oder…. Lust auf wenig Arbeit für viel Geld ???

Mittlerweile haben nun auch andere Branchen das Potential des Home Staging entdeckt und möchten gerne ein Stück vom Kuchen abhaben.

So interpretiere ich zumindest den Artikel in der aktuellen Auflage von der Möbelspediteur 01/15,
einer Fachzeitschrift für die Transportbranche, in der Möbeltransporteuren geraten wird:

Zukunftsmarkt Home Staging

HIER geht es zum vollständigen Artikel.

Dieter Leusink ist selbsternannter Agent Provocateur und soll/darf mit seiner Kolumne provozieren.
Dennoch sagt dieser Artikel sehr viel über die mögliche Außenwirkung unserer Arbeit aus und sollte uns Home Stagern einen Eindruck geben, welche Missverständnisse rund um das Thema Immobilienaufbereitung kursieren und zu welchen Stilblüten dies führen kann.

Darum möchte ich diesen Artikel nutzen, um mit einigen Mythen aufzuräumen.

Mythos Nr. 1:
Home Staging = den dummen Käufer täuschen

Der Autor bedient sich zu Beginn seines Artikel eines – auch in unserer Branche gängigen -Vergleichs,
um den unkundigen Lesern das Prinzip Home Staging zu erläutern:
„ Die Braut schmücken, bevor diese zum Altar ( Notar ) geführt wird.“

GENAU, denkst Du jetzt , der Mann hat es verstanden… nur leider vergleicht er die Braut ( Immobilie ) mit einer zierlichen Mandarine, die sich nach Vertragsabschluss zu einer Kiste Pampelmusen entwickeln kann.

Es besteht also vielerorts die Vorstellung, eine professionelle Verkaufsoptimierung habe den Zweck, den dummen Käufer „reinzulegen“, ihm ein X für ein U vorzumachen, oder – um beim Beispiel zu bleiben – eine Mandarine für eine Pampelmuse.

Das ist aber kein Home Staging, das ist unseriös!
( Viele Home Stager haben sich dem Ehrenkodex unseres Berufsverband verpflichtet, der u.a. besagt, es ist untersagt Schäden zu vertuschen. )

Wenn unsere aufzubereitende Immobilie eine Pampelmuse ist, dann bleibt sie auch eine Pampelmuse!
Aber eine glänzend polierte Pampelmuse in einer schönen Obstschale, bei deren Anblick einem schon das Wasser im Mund zusammen läuft.

Und der Käufer ist nicht der dumme August, sondern Mittelpunkt all unserer Bemühungen.

Wir bringen ihm die größtmögliche Wertschätzung entgegen, in dem wir ihm nicht zumuten, durch eine ungepflegte ( mit Sperrmüll zugemüllte ) Immobilie zu laufen, in der er sich sein künftiges Leben sicher nicht vorstellen kann und dann soll er noch viel Geld für dieses ungute Gefühl ausgeben.

Wir befreien eine Immobilie von allen ablenkenden Faktoren und machen ihren wirklichen Wert für den Käufer sichtbar, denn nur dann hat er auch ein gutes Gefühl beim Kauf.

Darum erhalten wir auch regelmäßig nicht nur Dankschreiben der Verkäufer sondern auch der Käufer.
In diesem Artikel kannst Du lesen, was der Käufer sagt.

Mythos Nr. 2:
Home Staging = einfach mal schnell irgendwelche Möbel reinstellen

Im vorliegenden Artikel wird die Möblierung durch einen Home Stager ungefähr so beschrieben:
Um den alten Schinken ( Immobilie ) loszuwerden, gebrauchte Möbel vom „Lumpensammler“ –
Stilrichtung „Nippes-Barock“ bis Design/Luxus – reinstellen, ein paar Kerzen dazu, einige bunte Handtücher und Licht anschalten – VOILA fertig!!! ….

Da haben wir Home Stager wohl zuviel unbeschriftete VORHER-Fotos veröffentlicht, so dass
fälschlich der Eindruck entstand, das sei das Endergebnis einer Home Staging Aktion, nicht die Ausgangssituation.

Nein, unsere Möbel stammen nicht vom Sperrmüll!

Hier gibt es einen ausführlichen Artikel zum Thema Home Staging Möbel.

Daher ist der Rat an die Möbelspediteure: „Sammeln Sie gebrauchte Möbel an!“ um ins Home Staging Geschäft mit einsteigen zu können, nicht zielführend.

Wir Home Stager wollen den Immobilien zu einem frischen, modernen Eindruck verhelfen, dazu muss die Möblierung neuwertig und aktuell sein und genau zur Immobilie passen.
Die Möbel binden in der Regel das größte Kapital eines Home Stagers.

Mythos Nr. 3:
Home Staging =
das ist doch was für die gelangweilte, Deko begabte/wütige Ehefrau

Aus Sicht eines Möbelspediteurs liegt die größte Herausforderung im Transport der „guten Stücke“ vom Flohmarkt. Evt. kann sich Chef noch um Kontaktaufnahme/-pflege zu Auftraggebern kümmern.

Aber den Kleinkram wie Bestandsaufnahme, Konzepterstellung, Maßnahmenentwicklung, Auswahl der Materialien, Umsetzung der Maßnahmen, Organisation/Überwachung von Fremdarbeiten ( Maler, Bodenleger, etc ), Dekoration, Erstellung von Fotos …u.s.w. kann dann O-Ton: 
„ die Chefin des Hauses oder eine andere gute Fee im Betrieb“ erledigen.

Boooaaahhh, ich bin nun wirklich keine Emanze, aber da schwillt mir doch fast der nicht vorhandene Kamm…. ( Sorry, manchmal muss auch die Zicke in mir von der Leine 😉 )

OK, Home Staging ist keine Quanten-Physik. Einen Doktortitel kann/muss man auch nicht erwerben.
Aber eine Ausbildung zum Home Staging Professional wäre schon mal ein guter Anfang.
Vor allem sollte Mann/Frau sich aber der Verantwortung seiner Arbeit bewusst sein.

Der Verkäufer vertraut uns hier seinen -meist- wertvollsten Besitz an. Wir sind es ihm schuldig eine professionelle und vor allem zielführende Arbeit abzuliefern.
Das empfohlene Geschäftsmodell für die Möbelspediteure:
“ schnell mal Sperrmüll rein und dick abkassieren “
führt 100% nicht zu einem höheren Verkaufspreis oder einem schnelleren Verkaufsabschluss.

Schuster bleib bei Deinen Leisten.

Liebe Möbelspediteure, liebe Raumausstatter, Hausmeisterservice-Betriebe, Malermeister, u.s.w.

Gerne heißen wir Euch als Kollegen in unseren Reihen willkommen.
Aber bitte nur dann, wenn Ihr es ernst meint und willens und in der Lage seid, den Anforderungen an unseren Beruf gerecht zu werden.
Dazu gehört eine Ausbildung ,TALENT und viel seriöse Arbeit.

Wenn es nur um die schnelle Mark geht, also ohne großen Aufwand ein Stück vom Kuchen abzuschneiden, dann lasst die Messer stecken…

Home Staging ist sicherlich eine Branche mit ganz viel Potential, aber aktuell eher noch eine zarte Pflanze in der Wachstumsphase.
Und eine Horde Anbieter, die nicht 100% professionell und seriös arbeiten, können ganz schnell dafür sorgen, dass diese Pflanze niedergetrampelt wird.
Und auch bei uns wachsen die Aufträge nicht einfach an den Bäumen Gerade weil unsere Branche noch in den Kinderschuhen steckt.

Was sagst Du dazu?

Dieser BLOG lebt von der Interaktivität, daher freue ich mich über jeden Kommentar, DEINE Geschichte, DEINE Meinung hier unterhalb des Artikels.
Vielen Dank!!

Ach ja… und ein like oder tweet wäre mir natürlich auch eine große Freude!

Bis Bald!


Heike Uhlemann

Über den Autor

5 Kommentare

  • Christiane Westhues 18. Februar 2015 um 7:38

    Liebe Heike,
    charmant pariert und auf den Punkt gebracht. Die Skeptis übers Ohr gehauen zu werden ist sehr groß, ob es sich beim Home Staging wirklich um professionelle Arbeit handelt. Darum kann ich auch immer nur ein persönliches Kennenlernen empfehlen. Und das ist bei mir, wie bei vielen Kolleginnen und Kollegen -genau es gibt auch männliche Home Stager – kostenlos. Seriösität und professionelles Arbeiten sind oberstes Gebot. Das schließt kreative Gestaltungsideen doch nicht aus. Natürlich bekommt jeder Kunde einen Kostenvoranschlag, auf seine Immobilie individuell zugeschnitten. Ich freue mich immer über interessierte und aufgeschlossene, aber durchaus kritische Privatkunden und Makler.
    Danke für Deinen interessanten Blogbeitrag.
    Herzliche kollegiale Grüße aus dem Münsterland sendet Dir
    Christiane Westhues Homestaging

    • Heike Uhlemann Autor 18. Februar 2015 um 18:45

      Danke Christiane für Dein Lob und Deinen Kommentar.
      Der persönliche Kontakt ist sicher die beste Möglichkeit
      auch kritische Kunden von Deiner Seriosität zu überzeugen.
      Weiterhin erfolgreiches Stagen im Münsterland!!!

  • Brigitte Bennink 5. März 2015 um 1:45

    Hallo Heike,
    ich schließe mich da ganz meiner Kollegin an. Super, wie Du es auf den Punkt bringst. Natürlich ist es so, dass es überall Mitläufer gibt, die ein großes Stck. Kuchen,für wenig Leistung und noch weniger Professionalität, abhaben wollen. Hinzu kommt die Unwissenheit, die dahinter steckt.
    Aber ich bin überzeugt,dass professionelles Home-Staging sich durchsetzen wird. Dessen bin ich mir ganz sicher!

    Liebe Grüße aus dem Münsterland
    Brigitte Bennink

    • Heike Uhlemann Autor 5. März 2015 um 18:43

      Danke Brigitte… ich glaube auch, dass Unwissenheit N O C H ein großes Problem ist.
      Aber daran arbeiten wir ja beide ;-).

  • Heike Uhlemann Autor 23. März 2015 um 10:57

    NACHTRAG:
    Das Fachmagazin „Der Möbelspediteur“ hat in seiner Ausgabe 03.2015
    meinen obigen Artikel als Leserbrief mit dem Titel :
    “ Eine Horde unprofessioneller Anbieter trampelt alles platt“
    vollständig abgedruckt.
    DAS LÄSST DOCH HOFFEN ?

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